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Suizidalitt


Ich kann nicht lnger so fortleben! Dauert dieses unertrglich lauwarme Hinschleppen noch lnger, so werde ich Opfer meiner Verhltnisse.

Franz Grillparzer

 


In der Alltagssprache wird hufig von "Selbstmord" oder auch "Selbstmordversuch" gesprochen. Diese Begriffe sollten eigentlich nicht verwendet werden, enthlt der Begriff "Mord" doch Heimtcke, Vorsatz und Hinterhltigkeit. Der lateinische Begriff Suizid, den man mit "Selbstttung" bersetzen kann, beinhaltet dagegen kein moralisches Urteil.

 

Suizidalitt fr sich genommen ist keine Krankheit, sondern Teil menschlicher Erfahrung. Auch viele nicht psychiatrisch erkrankte Menschen erleben im Laufe des Lebens vorbergehend Todeswnsche und Suizidideen. Kritische uere Ereignisse wie der Verlust des Lebenspartners, Vereinsamung, Arbeitslosigkeit, Schulden, chronische Erkrankungen oder Partnerschaftskonflikte stehen oft im Vorfeld einer suizidalen Handlung. Die groe Mehrheit der Betroffenen ist aber in der Lage, solch schwierige Lebensumstnde zu verarbeiten.

 

Menschen mit psychischer Krankheit allerdings gelingt diese Verarbeitung manchmal nicht: Bei 90% der vollendeten Suizide ist eine psychische Erkrankung nachweisbar, in der Mehrzahl der Flle eine Depression. Depression ist somit eine lebensbedrohliche Erkrankung. Fast alle Depressiven haben Todesgedanken, 25% weisen Suizidversuche auf und 15% der schwer Depressiven versterben an einem Suizid. Depression ist allerdings nur einer von mehreren Risikofaktoren fr Suizide und Suizidversuche.

 

So ist der Suizid kaum je als Ausdruck einer freien Entscheidung zu sehen. „Den Freitod“, so der Mnchner Psychiater Ulrich Hegerl, „den gibt es nur in der Belletristik.“ Suizidale Handlungen sind vielmehr Folge qulender Hoffnungslosigkeit und oft letzte verzweifelte Hilferufe.

 

Im Zusammenhang mit vollendeten Suiziden erlebt man oft Hinterbliebene, die entsetzt darauf hinweisen, dass es keinerlei Anzeichen fr den bevorstehenden Suizid gegeben habe. In Wirklichkeit kommt ein Suizid aber hchst selten „aus heiterem Himmel“, sondern steht am Ende einer in mehreren Schritten ablaufenden prsuizidalen Entwicklung. Von Angehrigen, Freunden und Therapeuten sollten daher einige Zeichen beachtet werden, die im Hinblick auf eine erhhte Suizidgefahr sehr ernst zu nehmen sind.


nach oben Druckversion dieser Seite Letzte Änderung am  22.03.2006, AutorInnen: D. Althaus, U. Hegerl, U. Meise, H. Sulzenbacher


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