Frau mit Kind

Das Österreichische Bündnis gegen Depression

In Österreich leiden derzeit mindestens 400.000 Menschen (5% der Bevölkerung) an einer behandlungsbedürftigen Depression. Mit der Gründung des Österreichischen Bündnisses gegen Depression und den geplanten Aktionsprogrammen soll die Diagnose und Behandlung depressiv erkrankter Menschen in Österreich verbessert werden, eine Veränderung des Bewusstseins in der Öffentlichkeit und Fachwelt gegenüber dieser häufigen und ernsthaften Erkrankung - somit auch eine Entstigmatisierung Betroffener -, als auch eine Vermeidung von Suiziden und Suizidversuchen erreicht werden.
Das Österreichische Bündnis ist Teil einer inzwischen internationalen Initiative gegen Depression. Mit ähnlichen Materialien, einer gemeinsamen Corporate Identity und einer gemeinsamen Methodik arbeiten 22 Partnerländer (in 100 Regionen) an der Verbesserung der Situation depressiv Erkrankter und deren Angehöriger. Eine weitere nationale und regionale Ausweitung ist gewünscht und geplant.
In Österreich startet Tirol mit Gründung der Plattform Tiroler Bündnis gegen Depression im Februar 2005 zum ersten Mal eine tirolweite Informationskampagne zum Thema Depression. Das Steirische Bündnis folgt mit der Gründungs- und Auftaktveranstaltung im Jänner 2006, das Wiener Bündnis startet im Jänner 2007, das Kärntner Bündnis im September 2007 und im Jänner 2008 folgt das Niederösterreichische Bündnis gegen Depression.
Auch in Österreich ist diese Ausweitung regionaler Bündnisaktivitäten erwünscht.

Zahlen und Fakten *

  • Derzeit leiden mindestens 5% der Bevölkerung an einer behandlungsbedürftigen Depression.
  • Depressive Erkrankungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen mehr als andere Krankheiten.
  • 70% - 80% der Suizide erfolgen im Rahmen depressiver Erkrankungen.
  • Depressive Erkrankungen weisen eine erhöhte somatische Komorbidität und Mortalität auf.
  • Depressionen verursachen 7% der Krankheitslast in Europa.
  • Die Kosten für depressive Erkrankungen werden auf 1% des Bruttoinlandproduktes geschätzt.
  • Depressionen sind häufige Ursache für Erwerbsunfähigkeit und vorzeitige Pensionierung.
  • Für die Behandlung von Depressionen entfallen lediglich 0,5% - 1% der nationalen Gesundheitsausgaben.
  • 45% der an Depression leidenden Menschen erhalten keine adäquate Behandlung oder nehmen keine in Anspruch.
  • Es gibt erhebliche Defizite bei der Diagnostik und Behandlung depressiver Erkrankungen.

* Vergleiche http://www.euro.who.int/document/MNH/gmnhqa.pdf (diese Seite ist leider nicht mehr online).