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Das Steirische Bündnis gegen Depression

Suizid ist ein bedeutendes globales, gesellschaftliches und gesundheitspolitisches Problem. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von jährlich weltweit etwa 800.000 Todesfällen durch Suizid aus, Suizidversuche sind noch wesentlich häufiger. In der Gruppe der 15- bis 29-Jährigen stellt Suizid die zweithäufigste Todesursache dar.

Allein in Österreich sterben rund 1.300 Menschen jährlich durch Suizid. Die Steiermark ist seit Jahrzehnten im Bundesländervergleich führend (im Jahr 2020 waren es 216 Fälle). Im Vorfeld eines Suizids finden sich oft Lebenskrisen, Einsamkeit, Isolation und psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen. Durch eine negative Beeinflussung der Stimmung können die Personen in ihrer Wahrnehmung, Gefühlslage und in ihren Gedanken so eingeengt sein, dass sie keine Lösungsmöglichkeiten/ keinen Ausweg mehr sehen und Suizid begehen.

Aus diesem Grund wurde 2011 vom Gesundheitsfonds des Landes Steiermark, im Auftrag der Psychiatriekoordinationsstelle ein steiermarkweites Suizidpräventionsprojekt, „GO-ON Suizidprävention Steiermark“, ins Leben gerufen. Projektträger sind die Psychosozialen Dienste Steiermark, über die die sozialpsychiatrische Grundversorgung in allen Regionen dieses Bundeslandes auf hohem Qualitätsniveau gesichert wird.

GO-ON Suizidprävention Steiermark orientiert sich inhaltlich am 10 Punkte Programm von SUPRA-Suizidprävention Austria und ist auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene breit vernetzt. GO-ON Suizidprävention Steiermark bietet Vorträge und Schulungen für verschiedene Alters- und Interessensgruppen an, mit dem Ziel, in sehr unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ein weit reichendes Bewusstsein für das Tabuthema Suizid zu schaffen, Kenntnis über Entstehung und Bewältigung von Krisen zu vermitteln und konkrete Information speziell zu Risikofaktoren wie Depression und Suchterkrankungen anzubieten. Mythen werden ebenso thematisiert wie Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt.

Die Suizidprävention Steiermark will mit ihren vielseitigen Angeboten unter anderem vermitteln: Probleme sind bewältigbar. Wissen hilft! Das Leben ist es wert!

Nähere Informationen zum Projekt sind der Homepage www.suizidpraevention-stmk.at sowie der Facebook-Seite www.facebook.com/GOONStmk zu entnehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Steiermark zum Thema Depression liegt im Kinder- und Jugendbereich. In Österreich weisen laut einem Bericht des BMGF bereits rund 5% der Kinder- und Jugendlichen zwischen 7 und 17 Jahren Anzeichen einer depressiven Störung auf. In der Steiermark wird die Rate zwischen fünf und zehn Prozent geschätzt. Zudem ist Suizid bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 24 Jahren die zweithäufigste Todesursache. Aus diesem Grund wird seit dem Schuljahr 2015/2016 in der gesamten Steiermark über die Psychosozialen Dienste Steiermark in Kooperation mit der Psychiatriekoordinationsstelle des Landes Steiermark/Gesundheitsfonds das Projekt „Verrückt? Na und!“ in steirischen Schulen umgesetzt.

Finanziert wird das Programm „Verrückt! Na und?“ über den Gesundheitsfonds des Landes Steiermark. „Verrückt? Na und!“ beschäftigt sich mit der ganzen Bandbreite seelischer Gesundheit von Jugendlichen, geht unmittelbar auf die aktuellen Sorgen und Anliegen der SchülerInnen ein, und setzt auf Präventions(zusammen)arbeit aller mit den Jugendlichen beschäftigten Bereiche. Mit dem Projekt wird die psychische Gesundheit von SchülerInnen gestärkt. Veranstaltet werden interaktive Workshops, in denen sich eine langjährig im psychosozialen Bereich tätige Person (PsychologIn, SozialarbeiterIn etc.) gemeinsam mit einer Person, die selbst Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen (gemacht) hat, offen mit den Jugendlichen über seelische Gesundheit austauscht. 

Weitere Informationen zum Projekt sind der Homepage zu entnehmen: https://www.irrsinnig-menschlich.de/psychisch-fit-lernen/verrueckt-na-und-in-oesterreich/

In der Steiermark bieten psychosoziale Beratungszentren, die den Psychosozialen Diensten Steiermark angehören, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wohnortsnah kostenlos psychosoziale Beratung/Behandlung und/oder Psychotherapie an.

Die regionale Koordination der Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bündnis gegen Depression liegt bei GO-ON Suizidprävention Steiermark.

Kontakt:

GO-ON Suizidprävention Steiermark

Grieskai 52/HP/Top2, 8020 Graz

Mag.a Sigrid Krisper, Projektleitung

E-Mail: krisper@suizidpraevention-stmk.at

Tel.: 0676 / 847 886 100