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Tagung: Quellen des Glücks - Impulse für eine bewusste Lebensgestaltung

Die täglichen Anforderungen in Familie und Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und in der Gesellschaft stellen unser seelisches Gleichgewicht immer wieder auf die Probe; das hohe Lebenstempo und große Erwartungen setzen Menschen zunehmend unter Druck. Wenn dann noch ein Schicksalsschlag dazukommt, droht Überforderung oder reicht die Fähigkeit, schwierige Situationen zu meistern, nicht mehr aus. Aber auch krisenfreie Zeiten, das Leben in einer Gesellschaft mit hohem Lebensstandard und vielfältigen Vergnügungsangeboten, garantieren nicht das Erleben von innerer Zufriedenheit oder gar Glück.Die Tagung beleuchtet dieses Thema in Vorträgen und Arbeitskreisen aus verschiedenen Perspektiven und erforscht Fähigkeiten, Strategien und Bedingungen, die bei der Bewältigung von Belastungen im Leben hilfreich sein können und dazu beitragen, mehr Freude und Glück ins Leben zu bringen.

Zielgruppe:Menschen, denen ihr seelisches Wohlbefinden wichtig ist und die ihre Lebenszufriedenheit erhöhen wollen; Menschen, die spüren, dass ihnen ihre derzeitige Lebenssituation nicht gut tut und die Veränderungen anstreben; Menschen aus psychosozialen und pädagogischen Berufen, Interessierte

Vorträge:

Der Begriff Weisheit in der psychologischen Forschung und der Zusammenhang mit einem „gelungenen“ LebenUniv.-Ass. Mag.a Irina AUER-SPATH, Eva BEICHLER, BSc.In den letzten drei Jahrzehnten hat der Begriff Weisheit in der psychologischen Forschung immer mehr an Bedeutung gewonnen. Wer wird als weise betrachtet? Was bedeutet es weise zu sein? Häufig wird Weisheit im Zusammenhang mit einer gelungenen Lebensführung gesehen. Daher besteht ein besonderes Interesse daran, sie empirisch erforschbar zu machen und ihre Entwicklung zu verstehen. Vor allem der Umgang mit schwierigen Lebensereignissen scheint eine entscheidende Rolle dabei zu spielen, ob und wie sich Weisheit in einer Person entwickelt. Die Referentinnen stellen individuelle Ressourcen vor, die laut aktueller Forschung erforderlich sind, damit eine Entwicklung in Richtung Weisheit gelingen kann.

„Gelebte Weisheit“- Weisheit im Alltag und in zwischenmenschlichen BeziehungenUniv.-Ass. Mag.a Irina AUER-SPATH, Eva BEICHLER, BSc.Aufbauend auf dem vorhergehenden Vortrag stellen die Referentinnen eigene Forschungsergebnisse vor. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Erscheinungsformen von Weisheit im „wirklichen Leben“. Im Mittelpunkt stehen zum einen der Umgang mit täglichen erfreulichen und weniger erfreulichen Ereignissen (sogenannten daily uplifts bzw. daily hassels). Zum anderen wird der Zusammenhang von Weisheit bzw. Weisheitsentwicklung und zwischenmenschlichen Beziehungen (langjährigen Partnerschaften) näher beleuchtet.

Arbeitskreise:

1: Weisheit im institutionellen RahmenUiv.-Ass. Mag.a Irina AUER-SPATH, Abteilung für Entwicklungspsychologie und pädagogische Psychologie, Uni Klagenfurt; wissenschaftliche Mitarbeiterin im FWF-Projekt LiFE-LebensereignisseIn der Betreuung von Menschen, sowie auch in jedem anderen beruflichen Umfeld, sehen wir uns häufig mit Anforderungen von vielen verschiedenen Seiten konfrontiert. Bei der Lösungsfindung bewegen wir uns oft in einem Spannungsfeld zwischen dem, was wir als „gute“ Lösung betrachten, und dem, was die gängige Praxis in der Arbeitswelt ist. Gibt es so etwas wie Weisheit im beruflichen Kontext? Was kann die Entwicklung von Weisheit in Institutionen fördern? Was kann diese möglicherweise verhindern? Diese Fragen sollen anhand von eigenen und auch vorgegebenen Beispielen diskutiert werden.

2: Weisheit im alltäglichen LebenEva BEICHLER, BSc., Wissenschaftliche Mitarbeiterin im WF-Projekt LiFE- Lebensereignisse an der Uni KlagenfurtDas Konzept der Weisheit begleitet die Menschen wohl schon, seit sich deren Fähigkeit zum Denken entwickeln konnte. Neben Philosophie und Religion, widmet sich seit gut 30 Jahren vor allem auch die Psychologie diesem Thema. Wie sieht es aber nun mit dem Alltagsverständnis von Weisheit aus? Wen würden sie als weise bezeichnen? Kennen sie persönlich Menschen, die ihnen weise erscheinen? Haben sie selber vielleicht auch schon weise gehandelt? Diesen und weiteren Fragen soll im Rahmen des Workshops nachgegangen werden.

3: Singen: ein Quell der LebensfreudeHeidi CLEMENTI, Sängerin und SingleiterinLustvoll und spielerisch singen wir gemeinsam. Wir lernen einfache und mehrstimmige Lieder/Kanone aus verschiedenen Kulturen „Lieder des Herzens“. Es sind nährende Lieder, die uns Energie und Freude, Zuversicht und LebensKraft schenken. Viele Studien berichten von der heilsamen Wirkung des Singens („sich g‘sund Singen“), von den Glückshormonen, die uns dabei beflügeln. Auch darüber wird im Workshop kurz berichtet. Im Vordergrund steht die gemeinsame Erfahrung des Singens aus der Freude.

4: Es geht um ein glückliches Leben - Achtsames Selbstmitgefühl als freundlicher Weg zu sich selbstMag.a Susanne Maria JÄGER, Psychotherapeutin, Lehrerin für Mindful Self-Compassion, ErwachsenenbildnerinWelch ein Glück, wenn man einen Weg gefunden hat, im Hier und Jetzt, dem einzigen Ort des Glücks, zu verweilen. Die Praxis des „Achtsamen Selbstmitgefühls (Mindful Self-Compassion)“ leitet dazu an, immer wieder freundlich im gegenwärtigen Moment zu sein. Dabei geht es gar nicht vordergründig darum, Glück zu „vermehren“. Auf der Grundlage von Achtsamkeit, Selbstfreundlichkeit und gemeinsamem Menschsein können wir die eigenen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle in neue Zusammenhänge stellen, z.B. wenn wir uns unserer eigenen Erwartungen an uns und unser Leben bewusst werden. Wie von selbst führt dies auch dazu, dass wir die glücklichen Momente im Leben BEMERKEN und GENIESSEN können, nicht mehr und nicht weniger. Im Arbeitskreis lernen Sie das Konzept des Achtsamen Selbstmitgefühls kennen und erfahren seine Arbeits- und Wirkungsweise durch praktische Übungen.

5: Selbststeuernlernen: Nicht etwas anderes tun, sondern etwas anders machenDr.in Gabriele SALZGEBER, Coach, Supervisorin, Moderatorin und wissenschaftliche MitarbeiterinEtwas anders machen, das klingt einfach, ist aber nicht leicht, insbesondere wenn wir mit emotionalem Druck und Belastungen im (Arbeits-)Alltag umgehen müssen. Ein kurzer theoretischer Input zur PSI-Theorie (Julius Kuhl) als Hintergrundmodell zeigt, welchen Beitrag gut entwickelte Selbststeuerungsfähigkeiten für die Bewältigung von Stresserleben und damit für das persönliche Wohlbefinden und den Erhalt der Lern- und Leistungsfähigkeit im Alltag leisten können. „Kenne Dich selbst und handle gezielt“, ist eine gute Fährte zu Quellen des Glücks.

6: Mit Sinn leichter leben - Spiritualität und Sinn als KraftressourcenDr.theol.Mag.phil. Anton Jakob SCHUIERER, Seelsorger, Psychotherapeut, SupervisorOffensichtlich kommen Menschen, die eine positive Beziehung zu einer transzendenten Wirklichkeit haben, d.h. die spirituell sind, leichter mit ihrem Leben zurecht, gerade auch in kritischen Situationen. Spiritualität ist die innerste Quelle für die Lebensbewegungen und die Lebensbewältigung. Im Arbeitskreis zeigt der Referent Wege auf, wie Sie diese Ressourcen wecken und stärken können.

Gemeinsamer AbschlussSingend im Lebensfluss - Herzenslieder aus aller Welt

Termin und Ort: Samstag, 30. September 2017, 9.00 - 17.00 UhrVormittag: Haus der Begegnung, Rennweg 12Nachmittag: Haus der Begegnung und pro mente tirol, Karl-Schönherr-Str. 3, Innsbruck

Detailfalter: Hier ansehen ...

Weitere Informationen und Anmeldung:Haus der Begegnung, Tel. 0512-587869, Email: hdb.kurse@dibk.at

Veranstalter:Haus der Begegnung und pro mente tirol

30. September 2017 - Tagung: Quellen des Glücks - Impulse für eine bewusste Lebensgestaltung